Zum Hauptinhalt springen

Ammoniakwasser inline messen
NH3-Konzentration in Echtzeit


LiquiSonic® bestimmt den Ammoniakgehalt in Wasser direkt in der Rohrleitung oder im Behälter. Ohne Probenahme, ohne Bypass und ohne Wartezeit.

Echtzeit-Messung

Kontinuierliche Überwachung ohne Verzögerung

Wartungsfrei

Keine beweglichen Teile oder Verschleißkomponenten

Höchste Genauigkeit

Präzise Messung auch unter schwierigen Bedingungen

Reduzierte Betriebskosten

Kosteneffiziente Lösung mit kurzer Amortisationszeit

Die Konzentration von Ammoniak in Wasser (auch Ammoniakwasser, Ammoniaklösung, NH4OH) lässt sich mit Hilfe von Ultraschall kontinuierlich, inline bestimmen. LiquiSonic® misst dazu Schallgeschwindigkeit und Temperatur im Medium und rechnet beide Größen in Echtzeit in NH3-Konzentration um.

  • Messbereich: 0–35 wt% NH3 in Wasser bei max. 30 °C oder ab 95 wt% NH3

  • Messprinzip: Messung der Schallgeschwindigkeit mit integrierter Temperaturkompensation, unabhängig von Farbe, Trübung und Leitfähigkeit

  • Einbau: Rohrsensor DN 80 als Zwischenflansch, optional PFA-beschichtet; oder Tauchsensor 40-40 Ex mit Flansch

  • Ex-Schutz: ATEX und Ex (der Tauchsensor 40-40 Ex ist für Zone 0 zugelassen)

  • Wartung: keine beweglichen Teile, kein Verschleiß; eine regelmäßige Kalibrierung ist nicht erforderlich

Wie funktioniert die Ammoniak-Messung mit Ultraschall?


Der Sensor sendet einen Ultraschallimpuls durch das Medium und misst dessen Laufzeit über eine bekannte Strecke. Daraus ergibt sich die Schallgeschwindigkeit im Medium, die sich mit dem Ammoniakgehalt in der Flüssigkeit ändert. Da die Schallgeschwindigkeit zugleich temperaturabhängig ist, erfasst der Sensor die Temperatur mit. Die Zuordnung von Schallgeschwindigkeit und Temperatur zur Konzentration erfolgt über einen zuvor definierten Produktdatensatz. Für Ammoniakwasser umfasst dieser den gesamten Bereich von 0-35 wt% und 95-100 wt%.

Warum nicht Titration, Leitfähigkeit, Dichte oder Refraktometrie?

Jedes dieser Verfahren funktioniert grundsätzlich, bei Ammoniakwasser stößt jedoch jedes auf eine spezifische Grenze. Die Titration ist als Referenzmethode unschlagbar genau, bleibt aber eine Stichprobe. Weil Ammoniak zwischen Entnahme und Analyse ausgasen kann, entscheidet die Probenhandhabung über das Ergebnis. Zudem bleibt der Personalaufwand bestehen. Die Leitfähigkeit ist bei einer schwachen Base tückisch. Der Dissoziationsgrad sinkt mit steigender Konzentration, die Leitfähigkeit durchläuft im niedrigen Prozentbereich ein Maximum und fällt danach wieder ab. Ein Messwert kann deshalb zwei verschiedenen Konzentrationen entsprechen, mitgelöste Salze verschieben das Bild zusätzlich.

Dichte- und Coriolis-Messungen nutzen einen an sich brauchbaren Zusammenhang. Die Dichte sinkt mit steigendem Ammoniakgehalt deutlich, reagiert aber empfindlich auf ausgasende Bläschen und auf die Einbausituation. Refraktometer und optische Verfahren brauchen ein sauberes Fenster. Belag, Trübung und Kondensat gehen unmittelbar in den Messwert ein. Eine pH-Messung ist im hier relevanten Konzentrationsbereich zu uneindeutig.

Die Schallgeschwindigkeit-Messung ist unabhängig von Farbe, Trübung und Leitfähigkeit, arbeitet ohne bewegliche Teile, ohne Elektroden und ohne optisches Fenster.

Probleme, die eine Laborprobe nicht löst

Das Ergebnis kommt zu spät

Die Probe liefert einen exakten Wert, aber für einen Zeitpunkt, der beim Eintreffen des Ergebnisses längst vorbei ist. Zwischen zwei Proben fährt die Anlage im Blindflug und Abweichungen fallen erst auf, wenn es zu spät ist.

Ammoniak dampft aus

NH3 hat innerhalb einer wässrigen Lösung einen erheblichen Partialdruck und entweicht, begünstigt durch Wärme, Standzeit und jedes Öffnen oder Umpumpen. Wer die Dosierung auf einen (veralteten) Nennwert auslegt, unterdosiert bei gealterter Ware, ohne es zu merken.

Jede Probe ist ein Arbeitsschutzthema

Ammoniaklösung in dieser Konzentration ist ätzend, die Dämpfe reizen Augen und Atemwege. Probenahme an einer betriebenen Leitung bedeutet aufwendiger Arbeitsschutzt, Freigabeprozess und ein Restrisiko, das mit jeder vermiedenen Probe kleiner wird.

Temperaturkompensierte Messwerte

Im unbeheizten Tanklager schwankt die Medientemperatur. Verfahren ohne genaue, mitgeführte Temperaturerfassung liefern dann Werte, die sich nicht über Monate oder Jahre vergleichen lassen.

Anwendungsbeispiele

Ammoniakwasser wird typischerweise bei ca. 25 wt% angeliefert. Dosiert und verdünnt wird dann deutlich darunter, während zum Beispiel Wasch- und Arbeitslösungen je nach Verfahren darüber liegen. Typischerweise wird es nur stichprobenartig geprüft und genau dort entstehen Emissions-, Qualitäts- und Kostenrisiken.

Folgende Branchen profitieren unmittelbar von einer kontinuierlichen Konzentrationsmessung:

 

Rauchgasreinigung

Betriebsleitung und Emissionsbeauftragte

Abfallverbrennung und Ersatzbrennstoff-Kraftwerke, Biomasse- und Kohlekraftwerke, Zement-, Glas-, Kalk- und Stahlwerke.

  • Reduktionsmittel nach NOx-Last dosieren
  • NOx-Grenzwerte sicher einhalten
  • NH3-Schlupf begrenzen

Produktion & Abfüllung

Prozess- und Qualitätsverantwortliche

Absorption von gasförmigem NH3 in Wasser, Einstellen auf Spezifikation, Abfüllung von Ware und Lösungen.

  • Spezifikationstreue je Charge
  • weniger Nacharbeit und Umkonfektionierung
  • Chargendokumentation ohne Handarbeit

Tanklager & Logistik

Wareneingang und Instandhaltung

Annahme per Tankwagen, Lagerbehälter, Umpumpen und Verteilung im Werk.

  • Konzentration bei der Übernahme prüfen
  • Fehlbefüllung erkennen
  • Ausgasungsverluste sichtbar machen

Abluft & Gaswäsche

Gaswäschern und Rückgewinnung

Kokereien, Düngemittel- und Melaminanlagen, Abluftwäscher in der Lebensmittel- und Agrarindustrie, Notfall-Gaswäscher.

  • Waschlösung im Absorptionsoptimum halten
  • Beladung und Regeneration steuern
  • Verfügbarkeit im Havariefall belegen

Kälte- und Energietechnik

Absorptionskälte und Wärmepumpen

Ammoniak/Wasser in Absorptionskälteanlagen, Abwärmenutzung, industrielle Kühlkreisläufe.

  • Lösungen im Umlauf überwachen
  • Leistungseinbrüche früh erkennen
  • Konzentration messen statt errechnen

Planung & Anlagenbau

Ingenieurbüros und EPC-Projekte

Neuanlagen und Retrofits, in denen eine Messstelle für Ammoniakwasser spezifiziert werden muss.

  • Ex-konforme Auslegung
  • Werkstofffreigabe für NH3-Lösungen
  • Anbindung an PLS und Leitwarte

Systemtechnik

Messbereich und Genauigkeit
Für Ammoniak in Wasser ist das System auf bis zu 35 wt% ausgelegt. Angezeigt und ausgegeben wird die NH3-Konzentration in Masseprozent sowie die zugrunde liegenden Größen Schallgeschwindigkeit und Temperatur (auf Wunsch auch die Dichte). Das Messverfahren selbst ist weit über diese Grenzen hinaus einsetzbar: von −100 bis 200 °C und Drücken bis zu 500 bar. Für vergleichbare Zweikomponenten-Anwendungen erreicht LiquiSonic® Messgenauigkeiten von ±0,05 wt%. Den für Ihre Ammoniakwasser-Messstelle zusagbaren Wert prüfen wir gern gemeinsam mit unserem Applikationsteam in einem persönlichen Gespräch.

Dynamik
Der Sensor führt über 30 Messungen pro Sekunde durch. Konzentrationssprünge, etwa beim Umschalten auf eine andere Charge oder bei einer Fehlbefüllung, werden unmittelbar erkannt.

Werkstoffe und Explosionsschutz
Für die meisten Ammoniakwasser-Anwendungen genügen austenitische Edelstähle. Bei korrosiven Begleitstoffen oder erhöhten Reinheitsanforderungen steht eine PFA-Beschichtung der medienberührenden Flächen zur Verfügung. Der Explosionsschutz ist ATEX- und Ex-zertifiziert: Der Tauchsensor 40-40 Ex ist für Zone 0 zugelassen, die Rohrsensoren sind in druckfest gekapselter Ausführung verfügbar.

Controller und Wartung
Ein LiquiSonic® Controller bedient bis zu vier Sensoren, sodass Anlieferung, Tank und Dosierstelle auf einer Oberfläche dargestellt werden können. Die Verbindung ist digital, driftfrei und störsicher über Entfernungen bis zu 1.000 m. Zur Übergabe an die Leittechnik stehen 4-20 mA Ausgänge sowie Profibus DP, Modbus, Ethernet/IP und Foundation Fieldbus zur Verfügung (die Messwerte werden zusätzlich im Gerät aufgezeichnet). Im Betrieb gibt es keine Verschleißteile, keine Elektroden, keine Dichtungen und kein optisches Fenster, sodass eine regelmäßige Kalibrierung nicht erforderlich ist.

Über 35 Jahre Erfahrung in der Konzentrationsmessung

SensoTech ist seit 1990 führender Anbieter von Inline-Messtechnik und hat sich als Spezialist für präzise Konzentrations- und Dichtemessungen etabliert.

Unsere Systeme sind weltweit, auch in kritischen Anwendungen im Einsatz.

35+

Jahre Erfahrung

50+

Länder weltweit

ISO 9001

zertifizierte Qualität


Beschreiben Sie Ihre Applikation - wir melden uns zur fachlichen Abstimmung!
Gemeinsam klären wir Randbedingungen und mögliche Lösungsansätze.

* Pflichtfelder

Details

Verwenden Sie bereits Geräte von SensoTech? *
* Pflichtfelder

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man die Konzentration von Ammoniak in Wasser messen?

Beispielsweise über die Schallgeschwindigkeit: Ein Ultraschallsensor in der Rohrleitung oder im Behälter misst die Laufzeit eines Schallimpulses über eine bekannte Strecke und erfasst gleichzeitig die Temperatur. Aus beiden Größen berechnet der LiquiSonic® Controller die NH₃-Konzentration anhand eines im Labor vermessenen Produktdatensatzes für Ammoniakwasser. Die Messung läuft im geschlossenen System, ohne Probenahme, ohne Bypass und ohne Beruhigungsstrecke.

Welchen Messbereich deckt das System ab?

Für diese Anwendung ist das System auf 0 bis 35 wt% und 95 bis 100 wt% NH₃ ausgelegt und über den gesamten Bereich temperaturkompensiert. Für vergleichbare Zweikomponenten-Messungen liefert LiquiSonic® Genauigkeiten von ±0,05 wt%. Der für eine konkrete Messstelle zusagbare Wert hängt von den Prozessbedingungen ab und wird erst im Angebot verbindlich festgelegt.

Warum sinkt der Ammoniakgehalt im Tank mit der Zeit?

Weil Ammoniak gegenüber einer wässrigen Lösung einen erheblichen Partialdruck hat und deshalb ausgast. Wärme, lange Standzeiten, Bewegung beim Umpumpen und jedes Öffnen des Systems begünstigen den Verlust. Eine als 25 wt% angelieferte Lösung kann bereits nach längerer Lagerung deutlich darunter liegen. Wer die Dosierung auf den Nennwert auslegt, unterdosiert häufig. Eine kontinuierliche Messung im Lagerbehälter macht diesen Trend sichtbar, bevor er sich in Emissions- oder Qualitätswerten widerspiegelt.

Wie kann die Anlieferung geprüft werden, bevor sie in den Tank gelangt?

Ein LiquiSonic® Sensor in der Befülleitung ist ein typischer Einsatzort. Der Ammoniakgehalt der ankommenden Charge wird während des Umpumpens angezeigt und aufgezeichnet, sodass Abweichungen und Verwechslungen sofort auffallen.

Ersetzt die Inline-Messung die Titration im Labor?

Sie ersetzt die Titration als Grundlage, nicht als Referenzverfahren. In der Regel übernimmt LiquiSonic® die laufende Überwachung und Regelung, während das Labor in größeren Abständen verifiziert und dokumentiert. Der Aufwand für regelmäßige Proben sinkt deutlich und mit ihm die Exposition des Personals gegenüber ätzender Lösung und Ammoniakdämpfen.

Darf der Sensor in einem Ex-Bereich eingebaut werden?

Ja, dafür gibt es LiquiSonic® in ATEX- und Ex-zertifizierte Ausführungen. Die Rohrsensoren sind in druckfest gekapselter Ausführung erhältlich, also mit medienberührender Seite und Umgebung jeweils in Zone 0 und Zone 1. Eine für Ihre konkrete Messstelle zusagbare Kennzeichnung hängt von den Prozessbedingungen ab und wird erst im Angebot verbindlich festgelegt.

Welche Werkstoffe sind für Ammoniaklösungen geeignet?

Für reine Ammoniakwasser-Anwendungen genügen in der Regel austenitische Edelstähle. Kupfer und Kupferlegierungen wie Messing sind ungeeignet, da Ammoniak sie angreift und Spannungsrisskorrosion auslösen kann. HC2000 oder eine PFA-Beschichtung der medienberührenden Flächen sind sinnvoll, wenn korrosive Begleitstoffe im Medium sind, Chloride eine Rolle spielen oder besondere Reinheitsanforderungen gelten. Wir stimmen die Werkstoffwahl auf Ihre Anlage ab.

Wie stark beeinflusst die Temperatur den Messwert?

Deutlich, darum wird die Temperatur mitgemessen. Die Schallgeschwindigkeit in einer Ammoniaklösung ändert sich sowohl mit der Konzentration als auch mit der Temperatur. Im LiquiSonic® Sensor befindet sich ein Temperaturfühler, dessen Messwerte direkt in die Echtzeit-Auswertung einbezogen werden. Ein zusätzlicher Temperaturmesspunkt im Prozess ist nicht nötig.

Was passiert, wenn Gasblasen in der Leitung sind?

Ausgasendes Ammoniak ist bei diesem Medium eine reale Randbedingung. Der LiquiSonic® Sensor lässt sich über die Signalauswertung an Messbedingungen mit Gasblasen anpassen und kann den Gasblasenanteil im Medium bestimmen. Ebenso wichtig dafür sind Einbauort und Einbaulage.

Wie kommt der Messwert ins Prozessleitsystem?

Sensor und Controller sind digital verbunden, driftfrei und störsicher über Entfernungen bis zu 1.000 m. Es stehen 4-20 mA-Ausgänge sowie Profibus DP, Modbus, Ethernet/IP und Foundation Fieldbus zur Verfügung. Die Messwerte werden zusätzlich im Gerät aufgezeichnet. Ein LiquiSonic® Controller bedient bis zu vier Sensoren.

Muss der Sensor kalibriert, gereinigt oder gewartet werden?

Das Verfahren nutzt zwei physikalische Größen und arbeitet ohne Verschleißteile. Eine regelmäßige Kalibrierung ist nicht erforderlich und die Sensoren funktionieren zuverlässig über viele Jahre. Ändern sich Prozessbedingungen oder die Zusammensetzung des Mediums, kann häufig der Produktdatensatz angepasst werden, bevor eine Neukalibrierung notwendig wäre.

Geben Sie Ihre E-Mailadresse an, damit wir Ihnen die Datei per E-Mail zusenden können.

* Pflichtfelder